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LĂ€rm
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Als LÀrm oder auch Krach werden GerÀusche (Schall) bezeichnet, die durch ihre Struktur (meist LautstÀrke) auf die Umwelt (insbesondere Menschen) störend (Störschall), belastend oder gesundheitsschÀdigend wirken.

Ob GerÀusche als LÀrm bewusst wahrgenommen werden, hÀngt besonders von der Bewertung der Schallquelle durch den Hörer ab.cite-ref-1[1] Trotz akustischer Gewöhnung kann LÀrm unbewusst weiter auf Körper und Psyche wirken. LÀrm kann den biologischen Rhythmus (siehe auch Tag-Nacht-Rhythmus) stören (Ruhestörung) und Schlafstörungen verursachen bzw. fördern.

Contents

‱ Begriff
‱ Lautheit
‱ Allgemein
‱ Siehe auch
‱ Literatur
‱ Weblinks
‱ Deutschland
‱ Schweiz

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Begriff

Das Wort LĂ€rm stammt vom italienischen all'arme, „zu den Waffen!“, und ist mit „Alarm“ verwandt.cite-ref-2[2] Noch bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts hinein war LĂ€rm vor allem ein Begriff aus dem militĂ€rischen Bereich, wofĂŒr u. a. auch heute ungebrĂ€uchliche Zusammensetzungen wie „LĂ€rmplatz“ (ein Ort, an dem Menschen unter Waffen traten), „LĂ€rmblĂ€ser“ und „LĂ€rmschlĂ€ger“ (Trompeter bzw. Tambour, der den Aufruf zum Sammeln gab) zeugen.cite-ref-3[3] Bereits im spĂ€ten 18. Jahrhundert definierte der deutsche Sprachforscher und Lexikograph Johann Christoph Adelung den Begriff LĂ€rm aber als „ein jeder lauter, beschwerlicher Schall“. Kurt Tucholsky notierte spĂ€ter einmal: „LĂ€rm ist das GerĂ€usch der anderen.“cite-ref-4[4] Heute wird LĂ€rm z. B. in Gesetzestexten als „unerwĂŒnschter Schall“ definiert und enthĂ€lt somit neben einer biophysikalischen und medizinischen auch eine subjektive Komponente. So können zum Beispiel GerĂ€usche von KinderspielplĂ€tzen je nach Hörer ganz unterschiedlich – von ablehnend bis erfreut – beurteilt werden.

Der fĂŒr LĂ€rm umgangssprachlich hĂ€ufig verwendete Begriff Radau ist bereits fĂŒr das 19. Jahrhundert in Berlin belegt; er entstammte der Studentensprache, wo er eine durch Endbetonung an fremdsprachige Wörter angeglichene, lautnachahmende Bildung darstellte. Von Berlin aus breitete er sich in andere Sprachregionen aus. Synonym dazu wird – wahrscheinlich ausgehend vom rotwelschen Begriff palhe (LĂ€rm),cite-ref-5[5] vom Ruhrgebiet bzw. Rheinland ĂŒbergreifend auf andere Regionen – auch der Begriff Bohei oder auch Bahei (ursprĂŒnglich Buhei) im Sinne von „viel LĂ€rm um nichts“ oder auch „viel Tamtam um etwas machen“cite-ref-6[6] bzw. „(großes) Trara machen“cite-ref-7[7] verwendet.

Wahrnehmung

Die auditive Wahrnehmung von GerĂ€uschen als LĂ€rm und die LĂ€rmwirkung auf den Menschen hĂ€ngen zum einen von messbaren physikalischen GrĂ¶ĂŸen ab:

‱ Schalldruckpegel: physikalisches Maß fĂŒr die StĂ€rke des Schalldrucks
‱ Tonhöhe: Hohe Töne werden anders empfunden als tiefe, in der Regel unangenehmer.
‱ Tonhaltigkeit: Einzelne tonale Komponenten im GerĂ€usch erhöhen die wahrgenommene LautstĂ€rke.
‱ Impulshaltigkeit: GerĂ€usche mit starken PegelĂ€nderungen wie HĂ€mmern werden als unangenehmer empfunden als GerĂ€usche mit konstanter oder gleichmĂ€ĂŸiger LautstĂ€rke.

Fortschritte der Messtechnik haben es möglich gemacht, die Frequenz-Zusammensetzung von GerÀuschen zu ermitteln, was besonders beim FluglÀrm eine Rolle spielt.

Die Informationshaltigkeit kann die Störwirkung von LĂ€rm erhöhen, da sie eine erhöhte Aufmerksamkeit erregt. Sie ist zwar keine physikalische GrĂ¶ĂŸe, ihr Vorhandensein aber dennoch objektiv bestimmbar. Ton-, Impuls- und Informationshaltigkeit werden neben den Ruhezeiten bei der Beurteilung nach der TA LĂ€rm durch ZuschlĂ€ge berĂŒcksichtigt.

Zum anderen sind subjektive Faktoren maßgebend, wenn es um die StĂ€rke der LĂ€rmbelĂ€stigung geht:

‱ TĂ€tigkeit: WĂ€hrend der Schlafenszeit wirkt LĂ€rm extrem störend. Gleiches gilt bei TĂ€tigkeiten, die hohe Konzentration erfordern.
‱ Die persönliche Bewertung: GerĂ€usche, die jemand mag, werden auch bei hohen LautstĂ€rken nicht als störend empfunden, GerĂ€usche, die jemand nicht mag, gelten schon bei kleinen LautstĂ€rken als störend (z. B. bestimmte Musik).
‱ Die soziale und kulturelle Bewertung: Z. B. werden Kirchenglocken von weniger Menschen als störend bezeichnet als ein laufender Motor vor dem Haus.
‱ Die persönliche Befindlichkeit: Bestimmte chronische oder akute Erkrankungen gehen mit einer erhöhten LĂ€rmempfindlichkeit einher: z. B. Depressionen, Meningitis. Bei Epilepsie und Eklampsie kann LĂ€rm ein Auslösefaktor fĂŒr einen Anfall sein. Auch der allgemeine gesundheitliche Zustand eines Menschen kann sich auf die LĂ€rmempfindlichkeit auswirken.
‱ Persönlichkeitseigenschaften: Introvertiertecite-ref-8[8] und hochsensiblecite-ref-9[9] Menschen sind lĂ€rmempfindlicher als andere.

Von LÀrmbelÀstigung wird dann gesprochen, wenn aufgrund auftretender GerÀusche eine AktivitÀt unterbrochen bzw. behindert wird. Besonders lÀrmempfindlich reagieren Personen,

‱ wenn die sprachliche Kommunikation gestört wird; z. B. ein lautes GesprĂ€ch am Nachbartisch das Zuhören erschwert, eine konstante indifferente LĂ€rmkulisse hingegen kann ausgeblendet werden (Cocktailparty-Effekt),
‱ wenn sie Denkleistungen erbringen, z. B. Auswendiglernen von Texten oder lernende Kinder in lauten KlassenrĂ€umen,
‱ wenn sie schlafen wollen.

LÀrm kann die sprachliche Kommunikation beeintrÀchtigen, GedankengÀnge unterbrechen, Entspannung verhindern sowie das Ein- und Durchschlafen erschweren.

LĂ€rmquellen

LÀrm kann unterschiedlichen Erzeugerquellen zugeordnet werden. Daraus ergeben sich verschiedene WahrnehmungszusammenhÀnge und auch unterschiedliche LÀrmwirkungen. Je nach der Quelle werden folgende Arten von LÀrm unterschieden:


Diese AufzĂ€hlung ist nicht vollstĂ€ndig, entspricht aber den Einteilungen im deutschen Rechtssystem. Daneben gibt es weitere LĂ€rmquellen wie GlockengelĂ€ut, SchießplĂ€tze, öffentliche Veranstaltungen, die teilweise in besonderen Regelwerken beschrieben sind. Im Zuge der europĂ€ischen Einigung wurde der Begriff UmgebungslĂ€rm neu geprĂ€gt, um die Gesamtheit der menschlichen Wahrnehmung verschiedener LĂ€rmquellen zu erfassen.

Beispiele fĂŒr Schallpegel in dB:cite-ref-10[10]

‱ Uhrticken 20 dB
‱ FlĂŒstern 30 dB
‱ KĂŒhlschrank 50 dB
‱ normales GesprĂ€ch 50 dB
‱ BĂŒro 60 dB
‱ lautes GesprĂ€ch, RasenmĂ€her 70 dB
‱ starker Straßenverkehr 80 dB
‱ laute Fabrikshalle, schwerer Lkw 90 dB
‱ Presslufthammer, Diskothek 100 dB
‱ Kesselschmiede 110 dB
‱ Verkehrsflugzeug in 50 m Entfernung 120 dB

Messung und Bewertung

Gemessen werden Schallereignisse mit Schallpegelmessern, die als Messergebnis den Schalldruckpegel in dB angeben. In nahezu allen FĂ€llen wird dabei die A-Bewertung gewĂ€hlt; diese wird hĂ€ufig durch ein eingeklammertes A hinter der Einheitenangabe zusĂ€tzlich kenntlich gemacht. Manche GerĂ€te können zusĂ€tzlich die Lautheit gemĂ€ĂŸ ISO 532 B ausgeben.

Beurteilungspegel

Grundlage fĂŒr die rechtliche Bewertung sind nach den in Deutschland gĂŒltigen Vorschriften und Normen die Messung oder Berechnung der Schallimmission. Um mögliche BelĂ€stigungen oder SchĂ€digungen bewerten zu können, werden Beurteilungspegel gebildet, in dem auf den gemessenen Pegel ZuschlĂ€ge z. B. fĂŒr Tonhaltigkeit („Quietschen“) und Impulshaltigkeit („HĂ€mmern“) gegeben werden. Die Berechnungs- und Messverfahren unterscheiden sich teilweise grundlegend (z. B. FluglĂ€rm und StraßenverkehrslĂ€rm). HĂ€ufig werden Jahresmittelwerte berechnet, aus denen Aussagen ĂŒber die einzelnen Ereignisse nicht mehr hergeleitet werden können.

Lautheit

Messverfahren zur Lautheits­messung können die LautstĂ€rkewahrnehmung des Menschen relativ genau beschreiben. Die Normen DIN 45631 bzw. ISO 532 B beschreiben Verfahren zur Lautheitsmessung. Ergebnis dieser Messungen ist die Lautheit in Sone. Das Sone ist ein lineares Maß, eine Verdoppelung der Lautheit in Sone entspricht einer Verdoppelung der wahrgenommenen LautstĂ€rke. Um vergleichbare GrĂ¶ĂŸen zur Pegelmessung zu erhalten, wird das Ergebnis von Lautheitsmessungen auch als – ebenfalls logarithmischer – LautstĂ€rkepegel in Phon angegeben.

ArbeitsplÀtze

Zur Beurteilung der LĂ€rmsituation am Arbeitsplatz ist der LĂ€rmexpositionspegel nach der Norm DIN EN ISO 9612 (2009-09) zu bestimmen. Die LĂ€rmexposition am Arbeitsplatz setzt sich meist aus verschiedenen Anteilen zusammen. Aus den LĂ€rmbelastungen, die bei den einzelnen TĂ€tigkeiten entstehen, und den entsprechenden Zeitanteilen lĂ€sst sich die Gesamtexposition einer Person berechnen. Dazu kann der LĂ€rmexpositionsrechner des Instituts fĂŒr Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung verwendet werden. Der Rechner steht als Excel-Tabellenkalkulation (zum freien Download als Offline-Version) und als plattformunabhĂ€ngige Webanwendung zur VerfĂŒgung.cite-ref-11[11]

GesundheitsschÀden

LĂ€rm kann fĂŒr Menschen und Tiere belastend und schĂ€digend wirken.cite-ref-ufp-12-0[12] LĂ€rm kann ĂŒber das Gehör die Gesundheit insgesamt beeintrĂ€chtigen, an LĂ€rm kann man sich nicht gewöhnen.cite-ref-13[13]cite-ref-14[14] LĂ€rm ist ein Umweltfaktor, der sich nicht nur auf den Menschen bezieht, da auch zahlreiche Tiere in ihrer Kommunikation auf Schallsignale angewiesen sind. Auswirkungen wurden z. B. bei Singvögeln in stĂ€dtischer Umgebung beobachtet.cite-ref-15[15] LĂ€rm hat zudem Langzeitwirkungen auf Pflanzen.cite-ref-16[16]

Die folgenden LĂ€rmpegel haben Auswirkungen auf das menschliche Verhalten:cite-ref-17[17]

‱ Bereits bei 45 dB(A) ist eine entspannte Konversation erschwert.
‱ Bei 50 dB(A) heben Betroffene die Stimme an.
‱ Bei 60 dB(A) mĂŒssen Betroffene laut sprechen.
‱ Bei mehr als 65 dB(A) Außenbelastung Ă€ndern Anwohner ihr Verhalten, d. h., sie halten Fenster geschlossen und Balkone werden nicht mehr genutzt.

Allgemein

Die Weltgesundheitsorganisation WHO ermittelte in einer im FrĂŒhjahr 2011 veröffentlichten Studie LĂ€rm als zweitgrĂ¶ĂŸten, die Krankheitslast vergrĂ¶ĂŸernden Umweltfaktor (nach Luftverschmutzung).cite-ref-18[18]cite-ref-19[19] In Europa sind nach SchĂ€tzung der europĂ€ischen Umweltagentur rund 20 Prozent der Menschen von einem LĂ€rmpegel betroffen, der nach der Definition der WHO gesundheitsschĂ€dlich ist.cite-ref-20[20]

HĂ€ufige LĂ€rmereignisse, z. B. durch FluglĂ€rm, können die Gesundheit gefĂ€hrden. Im Jahre 1910 prophezeite Robert Koch: „Eines Tages wird der Mensch den LĂ€rm ebenso unerbittlich bekĂ€mpfen mĂŒssen wie die Cholera und die Pest“. Angriffspunkt des LĂ€rms ist dabei nicht nur primĂ€r das Ohr, sondern sekundĂ€r auch die Störung des Haushalts von Stresshormonen, insbesondere Cortisol und anderen Kortikosteroiden.

LĂ€rmbelastung im Schlaf, etwa NachtfluglĂ€rm, gilt als besonders kritisch. So kann nĂ€chtlicher LĂ€rm auch durch hohe Einzelpegel auf Dauer zu GesundheitsgefĂ€hrdungen fĂŒhren. Maximalpegel von 45 dB(A) und mehr können zu Aufwachreaktionen fĂŒhren. Nach ĂŒbereinstimmenden wissenschaftlichen Untersuchungen wird eine Erhöhung um 10 dB als Verdopplung der LautstĂ€rke empfunden (siehe Psychoakustik). Eine Verdoppelung des tatsĂ€chlichen Schalldruckpegels findet jedoch schon bei einer Erhöhung um 3 dB statt.

Allgemeine Folgen von LĂ€rmeinwirkung sind:

‱ körperlicher und seelischer Stress.
‱ Verminderung des körperlichen und geistigen Leistungsvermögens.
‱ SchwĂ€chung und SchĂ€digung des Immunsystems.
‱ erhöhtes Unfallrisiko durch Verdecken von Warnsignalen.

Herz-Kreislauf-System

Bereits bei einem Schalldruckpegel ab 55 dB(A) werden GerĂ€usche vermehrt als LĂ€rmbelĂ€stigung empfunden. Halten diese ĂŒber einen lĂ€ngeren Zeitraum an, werden die LeistungsfĂ€higkeit und das Wohlbefinden verringert. GerĂ€usche von 65 bis 75 dB(A) bewirken im Körper Stress. Dieser kann zu arterieller Hypertonie (Bluthochdruck),cite-ref-21[21] Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Myokardinfarkt (Herzinfarkt) fĂŒhren. LĂ€rm kann auch fĂŒr eine Verminderung der Magensekretbildung sorgen und Ursache von MagengeschwĂŒren sein.

Menschliches Gehör

Bei Dauerschalleinwirkungen mit A-bewerteten Schalldruckpegeln ab 85 dB ist das menschliche Gehör gefĂ€hrdet. Wirken GerĂ€usche dieser StĂ€rke ĂŒber lĂ€ngere ZeitrĂ€ume auf einen Menschen ein, ist mit der Entwicklung einer LĂ€rmschwerhörigkeit zu rechnen.cite-ref-22[22]cite-ref-23[23] Berufsbedingte EinschrĂ€nkungen des Hörvermögens stehen gegenwĂ€rtig in Deutschland an erster Stelle aller Berufserkrankungen.cite-ref-24[24]cite-ref-25[25]

Bei einem Schalldruckpegel ĂŒber 110 dB(A) kann schon ein einmaliges LĂ€rmereignis das Gehör schĂ€digen (akutes Schalltrauma), insbesondere wenn die Schmerzschwelle ĂŒberschritten wird. Die SchĂ€digung hĂ€ngt von der Zeit der Einwirkung und der Tonhöhe ab.

Neben Stress gilt LĂ€rm auch als Hauptrisikofaktor fĂŒr die Entstehung eines Tinnitus.cite-ref-26[26]

Demenzerkrankungen

Eine dauerhafte LĂ€rmbelĂ€stigung von 55 dB ist fĂŒr rund 15 % aller Demenzerkrankungen verantwortlich. Ursache sind ein erhöhter Stresspegel und eine reduzierte SchlafqualitĂ€t.cite-ref-27[27]

LĂ€rmnutzung

Die hĂ€ufigste Anwendungsform von absichtlicher LĂ€rmnutzung sind LĂ€rminstrumente im Freizeitbereich. Vielen Kindern macht es Spaß, mit Trillerpfeifen, Ratschen, Blockflötenköpfen o. Ä. einfach nur LĂ€rm zu machen. Vor allem im sĂŒdafrikanischen Raum sind die seit der Fußball-WM 2010 auch in Europa bekannten Vuvuzela-Fanfaren sehr beliebt.

LĂ€rm kann auch absichtlich gegen Menschen eingesetzt werden. Sogenannte Schallkanonen können als nicht tödlich wirkende Mittel, z. B. gegen Pirateriecite-ref-pirat-28-0[28], zum Einsatz kommen. Auch die New Yorker Polizei benutzte LRAD (Long Range Acoustic Devices) bei Demonstrationen.cite-ref-abc-news-29-0[29] Dabei wird der Angreifende mittels gerichteter Lautsprecher mit fĂŒr Menschen unertrĂ€glichem LĂ€rm beschallt. Dieser LĂ€rm zeichnet sich durch ein speziell fĂŒr Menschen sehr unangenehmes Frequenzspektrum und besonders großen Schalldruck aus.cite-ref-wiwo-30-0[30]

In der Musik wird große LautstĂ€rke als LĂ€rm bzw. Krach bezeichnet, wenn sie als neuerfundene oder neuorganisierte kĂŒnstlerische Äußerung (zum Beispiel elektrisch verstĂ€rkt bzw. verzerrt) zunĂ€chstcite-ref-31[31] als unmusikalisch bzw. ungewohnt und sogar (politisch) störend und das „Krachmachen“ (etwa bei Jimi Hendrix) als revolutionĂ€re Geste empfunden wird.cite-ref-32[32]

LĂ€rmbekĂ€mpfung, LĂ€rmschutz, „Tag gegen LĂ€rm“

→

Hauptartikel

:

LÀrmbekÀmpfung

,

LĂ€rmschutz

und

Schallschutz

Verschiedene Maßnahmen bieten Schutz vor LĂ€rm: Z. B. LĂ€rmvermeidung (Verkehrsreduzierung, -verlangsamung), technische Maßnahmen wie leisere Motoren, SchalldĂ€mmung, LĂ€rmschutzwĂ€nde oder -wĂ€lle, LĂ€rmschutzfenster usw.

Staatlicherseits gibt es eine Vielzahl gesetzlicher Regelungen; in Deutschland z. B. gilt das Bundes-Immissionsschutzgesetz und die Straßenverkehrs-Ordnung (§1 u. a.: „Vermeidbare BelĂ€stigung“). Auf europĂ€ischer Ebene wurde die „UmgebungslĂ€rm­richtlinie“ erlassen. Auch weitere rechtliche Regelungen (z. B. zur Nachtruhe) können helfen, die LĂ€rmbelastung und deren Folgen zu reduzieren.

Der in Deutschland 1998 proklamierte, jĂ€hrlich jeweils am letzten Mittwoch im April stattfindende „Tag gegen LĂ€rm“cite-ref-33[33]cite-ref-34[34] ist die deutsche Variante des International Noise Awareness Day (dt. „Internationaler Tag zur Beachtung von LĂ€rm“ oder „Internationaler Tag des LĂ€rmbewusstseins“). In Deutschland wird dieser Aktions- und Gedenktag von der Deutschen Gesellschaft fĂŒr Akustik organisiert und ist mit verschiedenen Aktionen verbunden, bei denen möglichst alle Altersgruppen angesprochen werden sollen. So gab es im Laufe der Jahre einen Malwettbewerb fĂŒr Kinder, eine virtuelle Hörreise (Video bzw. CD) und StadtfĂŒhrungen zum Thema. Er findet jĂ€hrlich im Monat April statt. Alle, die mit LĂ€rmschutz, Schutz der Ruhe, gutem Hören und Zuhören befasst sind, können sich mit regionalen oder ĂŒberregionalen Aktionen beteiligen.

Das Umweltbundesamt beklagte 2012, dass „LĂ€rmbewusstsein“ gesellschaftlich wenig ausgeprĂ€gt sei – anders als bei vielen anderen negativen UmwelteinflĂŒssen, kaum jemand verzichte auf AktivitĂ€ten, „um LĂ€rm zu vermeiden“.cite-ref-35[35]cite-ref-36[36]

Siehe auch
Literatur

‱ Arthur Schopenhauer: Ueber Lerm und GerĂ€usch. In: Parerga und Paralipomena. Band 2. A. W. Hayn, Berlin 1851, Kap. 30, S. 517–519 (Originaltext auf Wikisource). ,
‱ Theodor Lessing: Der LĂ€rm. Eine Kampfschrift gegen die GerĂ€usche unseres Lebens. (= Grenzfragen des Nerven- und Seelenlebens. 54). 1908, OCLC 20034114.
‱ Uwe Laucken, Ulrich Mees: Logographie des alltĂ€glichen Lebens. Leid, Schuld und Recht in Beschwerdebriefen ĂŒber LĂ€rm. Schriftenreihe der UniversitĂ€t Oldenburg, 1987, ISBN 3-87358-287-2.
‱ Murray Schafer: Klang und Krach. Eine Kulturgeschichte des Hörens. Frankfurt am Main 1988, ISBN 3-610-08498-7.
‱ Gerald Fleischer: LĂ€rm – der tĂ€gliche Terror. Verstehen – Bewerten – BekĂ€mpfen. Trias, Stuttgart 1990, ISBN 3-89373-128-8.
‱ Sieglinde Geisel: Nur im Weltall ist es wirklich still: Vom LĂ€rm und der Sehnsucht nach Stille. Galiani, Berlin 2010, ISBN 978-3-86971-015-0.
‱ JĂŒrgen H. Maue, Heinz Hoffmann, Arndt von LĂŒpke: 0 Dezibel plus 0 Dezibel gleich 3 Dezibel. Schmidt, Berlin 2003, ISBN 3-503-07470-8.
‱ Stephan Marks: Es ist zu laut! Ein Sachbuch ĂŒber LĂ€rm und Stille. Fischer, Frankfurt am Main 2003, ISBN 3-596-13993-7.
‱ Kai-Ove Kessler: Die Welt ist laut. Eine Geschichte des LĂ€rms. Rowohlt, Hamburg 2023, ISBN 978-3-498-00354-8.

Dokumentation

‱ 2020: Ist es zu laut bei uns? Der LĂ€rm und seine Folgen – 45-minĂŒtige Fernsehdokumentation von Cornelia Volk und Thomas Unger fĂŒr das MDR Fernsehencite-ref-37[37]cite-ref-38[38]

Weblinks

Commons

: LĂ€rm

– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Wiktionary: LĂ€rm

– BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Wikiquote: LĂ€rm

– Zitate

‱ Literatur von und ĂŒber LĂ€rm im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek

International

‱ Noise-Planet: App zum Erstellen einer Open-Source-LĂ€rmkarte

Deutschland

Behörden

‱ Wenn LĂ€rm krank macht, kindergesundheit-info.de, unabhĂ€ngiges Informationsangebot der Bundeszentrale fĂŒr gesundheitliche AufklĂ€rung (BZgA)
‱ LĂ€rmwirkungen: Gehör, Gesundheit, Leistung, Bundesanstalt fĂŒr Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

Nichtregierungsorganisationen

‱ www.gefaehrdungsbeurteilung.de

‱ Arbeitsring LĂ€rm der DEGA (ALD)
‱ Lange gut hören – LĂ€rmbelastungen vorbeugen, hörkomm.de – Barrierefrei hören und kommunizieren in der Arbeitswelt, Projektleitfaden
‱ Tag gegen LĂ€rm, offizielle Webseite der Deutschen Gesellschaft fĂŒr Akustik

Medien

‱ Scobel: Wie der LĂ€rm die Welt verpestet., 3sat-Mediathek, Sendung vom 26. Januar 2012

Schweiz

Behörden

‱ Thema LĂ€rm, bei Bundesamt fĂŒr Umwelt (BAFU)
‱ Interaktiver Lernpfad zum Thema LĂ€rm, bei www.laermorama.ch
‱ LĂ€rmkarten der Schweiz, Bundesamt fĂŒr Umwelt (BAFU)

Nichtregierungsorganisationen

‱ lĂ€rm.ch
‱ LĂ€rmliga Schweiz

Einzelnachweise

cite-note-11. ↑ Deutschlandradio: LĂ€rm – Die Schattenseite unserer modernen Welt?
cite-note-22. ↑ LĂ€rm. In: Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache. Siehe auch Johann Heinrich Zedlers 1732–54 erschienenes Universal-Lexikon.
cite-note-33. ↑ lĂ€rm. In: Jacob Grimm, Wilhelm Grimm (Hrsg.): Deutsches Wörterbuch. Band 12: L, M – (VI). S. Hirzel, Leipzig 1885, Sp. 202–205 (woerterbuchnetz.de).
cite-note-44. ↑ Peter Payer: Vom GerĂ€usch zum LĂ€rm. Zur Geschichte des Hörens im 19. und frĂŒhen 20. Jahrhundert. In: Wolfram Aichinger, Franz X. Eder, Claudia Leitner (Hrsg.): Sinne und Erfahrung in der Geschichte. (= Querschnitte. 13). StudienVerlag, Innsbruck-Wien-Bozen 2003, ISBN 3-7065-1925-9, S. 173–192.
cite-note-55. ↑ Hanna Grimm: Deutsch im Fokus: Bohei. Reihe Wort der Woche im Portal dw.de, 2013, abgerufen am 26. Dezember 2013.
cite-note-66. ↑ Etymologie Deutschland – Lautmalerei
cite-note-77. ↑ etymologie.info
cite-note-88. ↑ Daniel Shepherd, Marja Heinonen-Guzejev, Michael J Hautus, Kauko HeikkilĂ€: Elucidating the relationship between noise sensitivity and personality. In: Noise & Health. Band 17, Nr. 76, 2015, S. 165–171, doi:10.4103/1463-1741.155850.
cite-note-99. ↑ Corinna Hartmann: HochsensibilitĂ€t. In: Psychologie Heute. 10. Oktober 2022 ([1] [abgerufen am 28. September 2023]).
cite-note-1010. ↑ Bundesministerium fĂŒr Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz Österreich (BMSGPK): Was ist LĂ€rm? 21. Juli 2022, abgerufen am 21. Dezember 2023.
cite-note-1111. ↑ Institut fĂŒr Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA): Berechnung des LĂ€rmexpositionspegels mit dem IFA-LĂ€rmexpositionsrechner. Abgerufen am 6. MĂ€rz 2020.
cite-note-ufp-1212. ↑ Hartmut Ising, Barbara Kruppa: Zum gegenwĂ€rtigen Erkenntnissstand der LĂ€rmwirkungsforschung: Notwendigkeit eines Paradigmenwechsels. In: Umweltmed Forsch Prax. 6 (4), 2001, (PDF-Datei; 497 kB)
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